FERRONDO: Innovative Lösung für den Schallschutz an der Hochgeschwindigkeitsstrecke Köln – Rhein/Main

Die Deutsche Bahn AG setzt bei der Sanierung der Schallschutzwände an der ICE-Strecke Köln – Rhein/Main im Bereich Limburg Staffel auf eine technisch wie optisch überzeugende Lösung: Die Bietergemeinschaft Himmel&Papesch / Heberger Systembau wurde mit der Ausführung des als Sondervorschlag eingereichten FERRONDO-Lärmschutzsystems beauftragt; die Fertigstellung ist im September 2007 geplant. Die FERRONDO-Lärmschutzwand besteht aus Rundgabionen, die mit verschiedenen Materialien befüllbar und damit für alle geforderten Maßnahmen der Schallreduktion optimal auslegbar sind.

Dieser Auftrag ist ein Meilenstein in der Geschichte des patentierten FERRONDO-Systems: Nach einer Pilotanwendung im Bereich der Neubaustrecke Nürnberg – Ingolstadt konnte sich die Lösung nun erstmals im Wettbewerb behaupten. Voraussetzung dafür war die entsprechende Zulassung für den Einsatz im Bereich des Hochgeschwindigkeitsverkehrs mit den dort auftretenden spezifischen Belastungen. Alle statischen, dynamischen und schallschutztechnischen Anforderungen gemäß Richtlinie 800.2001 der DB AG, ZTV Lsw 06 – hoch absorbierend und Schalldämmend 25 dB, wurden für die FERRONDO-Lärmschutzwand erfolgreich nachgewiesen. Das System besitzt die Zulassung im Einzelfall (ZiE) für die Hochgeschwindigkeitsstrecke Köln – Rhein/Main und ist für die geforderte Lebensdauer von über 50 Jahren konzipiert.

Die 1.730 m lange, der Autobahn und Staffel zugewandte Lärmschutzwand wird als beidseitig hochabsorbierende Variante ausgeführt. Zum Schutz des Ortsbereichs Elz entsteht auf 1.442 m Länge eine einseitig hochabsorbierende Wand. Die beiden Maßnahmen sind zwischen 2,00 m und 4,00 m hoch und summieren sich auf insgesamt 8.594 m². Lediglich im Bereich der Ingenieurbauwerke werden konservative Beton- oder Alu-Konstruktionen umgesetzt.

Die hervorragende Lärmschutzwirkung des FERRONDO-Systems wird mit einem Dreikammersystem erreicht: Die Außenkammern werden mit Natursteinschotter der Körnung 60-100 mm befüllt, dahinter verbirgt sich eine technische Absorberplatte. Der Kern aus bewehrtem Beton bewirkt neben der Schalldämmung auch die Aufnahme der Windlast sowie der statischen und dynamischen Kräfte aus der Zugvorbeifahrt. Diese Verbundkonstruktion sorgt mit ihrer großen Massenträgheit dafür, dass sämtliche Lasten optimal abgebaut werden.

Die FERRONDO-Lösung ist im Vergleich zu konventionellen Schallschutzwänden einfacher und damit kostengünstiger herzustellen. In der spezifischen Anwendung der Sanierung unmittelbar im Bereich der hochfrequentierten ICE-Strecke zeigt sich dieser Vorteil gleich in mehrfacher Hinsicht: Die vorhandenen Bohrpfähle lassen sich, ergänzt um zusätzliche GEWI-Pfähle von 4,00 und 5,00 m Länge, in der neuen Gesamtkonstruktion als Gründungsglied nutzen. Die Montage und Herstellung der Wand erfolgt im Schutz der vorhandenen Lärmschutzwand oder der Schutzeinrichtungen in der rückgebauten Wand – der Zugverkehr kann dabei aufrecht erhalten bleiben.

Die kurze Bauzeit von lediglich 5 Monaten resultiert aus den technischen Besonderheiten des innovativen Systems:
Im Gegensatz zu eckigen Drahtgitterkörben benötigen FERRONDO-Rundkörbe weder Deckel- und Bodengitter noch Aussteifungen. Die Konstruktion ermöglicht eine schnelle und unkomplizierte Verfüllung mit üblichen Hydraulikbaggern.
Die Bauteile werden palettiert auf die Baustelle geliefert, die Montage erfolgt vor Ort ohne zusätzliches Gerät.

Die FERRONDO-Lärmschutzwand überzeugt neben der technischen Wirksamkeit und den niedrigen Herstellungskosten auch mit ihrer Natursteinoptik. Die harmonische Einbindung der Funktionsbauwerke in die Umgebung gewinnt in der öffentlichen Diskussion zunehmend an Bedeutung. Im Vergleich zu herkömmlichen Lösungen erlauben die runden Gabionen eine Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten, Winkel und Wellen sind problemlos ausführbar, zudem können die Wände in Säulen- oder in versetzter Verbundoptik gestaltet werden. Im Laufe der Zeit passt sich die Schallschutzwand durch die Begrünung immer mehr der Landschaft an und schafft einen natürlichen Lebensraum für Pflanzen und Kleintiere. Die Oberfläche ist, das zeigen bereits umgesetzte FERRONDO-Projekte im Bereich des Straßenverkehrs und in der Hangsicherung, eine eher unattraktive Aktionsfläche für Graffiti-Sprayer.

Das FERRONDO-System hat dank seiner großen Flexibilität, seiner Wirtschaftlichkeit und seiner hohen Schallschutzwirkung beste Chancen für eine rasche Verbreitung. Der Einsatz im Bereich des Schienenverkehrs ist dabei nun eine zusätzliche Option.

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